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INGENIEUR-AUSGABE

26. JAHRGANG

ZEITSCHRIFT FÜR

FUNKTECHNIKER

Erscheint am 5. und 20. eines jeden Monats

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2. Juni-Heft 1954 Nr.

FRANZIS-VERLAG MUNCHEN-BERLIN

Fernseh-Planung ......... 235 Ohne Funksprech geht es nicht . . 235 Aktuelle FUNKSCHAU....... 236 Professor Dr. A.Esau ........ 236

Schaltungsfeinheiten moderner Rundfunkempfänger

Niederfrequenzteil .„ ....... 237 Interessante Antennen- konstruktionen ... . 4... 2%...» 238 Anpaß- u. Verbindungstechnik moderner Antennen ....... 239 Neue Kristalloden ......... 240 Fernsehton - Einsatz im Rundfunk- empfänger «success 24]

Ein Tonbandlängen-Meßgerät . . 242 Hf-Oszillator mit automatischer

Amplitudenregelung ........ 242 Ein Meßverstärker mit Batterie-

Belle; wu. en 243 Schmalfilm mit Magnetton ... . 244 Neue Tonband-Spulen ....... 244

Fernsehempfänger-Bauanlei- tung, 6. Folge: Amplitudensieb,

Leistung des Empfängers ..... 245 Verzerrungsarmer AM-Gleich-

fichiell nennen. er 246 FUNKSCHAU-Prüfbericht:

Grundig WW... ....0.. 247 Funktechnische Fachliteratur . . . 248

Vorschläge für die Werkstatt- praxis: Kontrasterhöhung beim Oszillografenbild: Schadhafte Netzsicherungen in Reiseempfän- gern; Richten von Drähten; Elek- tronenschalier für Dauerversuche ; Abgleichen freitragend gewickel- ter KW- und UKW-Spulen ; Metall- zierleisten als Fehlerquelle . . 249/251 Werks-Veröffentlichungen....... . 25]

Röhren-Dokumente:

DB 13-14 bis DZ 13-14 Blatt ] DB 13-54 bis DZ 13-54 Blatt ] DF 64 DL 64

Die INGENIEUR-AUSGABE enthält außerdem:

FUNKSCHAU - Schaltungssammlung,

Band 1954, Seiten 25 bis 32, mit den

Heimempfängerschaltungen Nr. 24 bis 30 (Nora bis Philips)

Unser Titelbild: Der Meßdienst des Bayerischen Rundfunks kontrolliert laufend die in den Studios verwende- ten Magnettongeräte. Bei der abge- bildeten dreimotorigen Vollmer-Ma- schine 007 U wird gerade der Rund- lauf der Tonrolle nachgemessen. (Foto: Lutz-Wohlfarth)

II Heft12/ FUNKSCHAU 1954

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MIT FERNSEH-TECHNIK

26. JAHRGANG

2. Juni-Heft 1954 Nr. 12

Fernseh-Planung

Das Fernsehen in der Bundesrepublik und Westberlin wird planmäßig mit erheblichem finanziellen Aufwand ausgebaut. Diese simple Feststellung steht in einem gewissen Gegen- satz zur zögernden Entwicklung der Teilnehmerzahl. Zwei hoch anzuerkennende Entschei- dungen sind für die raschen Fortschritte auf der Senderseite verantwortlich: die Rundfunk- anstalten stellen aus den Gebühren des Hörrundfunks Mittel bereit, die im laufenden Haus- haltsjahr für Technik, Programm und Verwaltung die Grenze von 20 Millionen DM über- schreiten und die Deutsche Bundespost erstellt die Richtfunkstrecken ohne Rücksicht auf deren augenblickliche Rentabilität. Sie werden bis Ende dieses Jahres zwanzig Millionen DM erfordern. Dieser Summe stehen bisher verschwindend geringe Einnahmen aus dem Anteil der Bundespost an der Fernsehteilnehmergebühr gegenüber.

Am 1. Juli gibt esin der Bundesrepublik und Westberlin sieben Fernsehsender mit effek- tiven Leistungen zwischen 4 und 100 kW; hinzu kommen neun Kleinsender (Fernseh- umsetzer), deren Leistungen 100 Watt nicht überschreiten und die zu einem Teil nach Errich- tung der vorgesehenen Großsender wieder abgebaut werden sollen.

Bedingt durch die frühzeitig einsetzende Aktivität des Nordwestdeutschen Rundfunks ist die „Fernsehversorgung“ im Norden und Westen besser als im Süden. Dieser Zustand wird noch einige Zeit anhalten. Zwar werden bis Jahresende südlich des Mains mehrere Fernseh- sender ihren Dienst aufnehmen, aber nördlich dieser Linie beginnt inzwischen die zweite Ausbaustufe, so daß sich für Mitte 1955 folgendes Bild abzeichnet: das Gebiet der ehemaligen Britischen Zone wird um diese Zeit zu 80%, bezogen auf die Einwohnerzahl, versorgt sein Im Südwesten und Süden dürfte dieser Satz bei rd. 60%. liegen, dies nicht zuletzt eine Folge der ungünstigeren Geländebeschaffenheit.

Der NWDR legte kürzlich die Pläne für diese zweite Ausbaustufe vor. Als erster wird der Fernsehsender auf dem Bielstein im Teutoburger Wald um die Jahreswende 1954/55 mit 100 kW effektiver Leistung des Bildsenders in Kanal 11 seinen Betrieb aufnehmen und das östliche Westfalen bis Münster, Osnabrück und Teile des Sauerlandes dem Fernsehen erschließen. Im Sommer 1955 soll der 5-kW-Sender Kiel folgen (Kanal 11), dessen neuer Mast zugleich für Mittel- und UKW-Sender gedacht ist. Für Ende 1955 ist die Fertigstellung der beiden Großsender Bremen/Oldenburg (100 kW.+, Standort Steinkimmen, 25 km westlich von Bremen) und Harz/West (100 kW.+, Kanal 11) vorgesehen. Der erst- genannte Sender soll Bremen, Reg.-Bezirk Oldenburg und Teile des Emslandes in Kanal 2 versorgen. Es wird der erste deutsche Fernsehsender in Band I sein, er wird die großen etwas sperrigen Antennen auf die Dächer dieser windgesegneten Küstengebiete locken... Als letzter Sender wird Flensburg (50 kWar, Kanal 4) etwa Anfang 1956 bereit sein; er versorgt dann Schleswig-Holstein von Heide im Süden bis zur dänischen Grenze und reicht darüber hinaus ein gutes Stück in das Land unseres nördlichen Nachbars.

Die sich dann noch ergebenden Lücken im NWDR-Bereich sollen, einer Erklärung der Technischen Direktion zufolge, nicht durch Umsetzer in Band I und III, sondern zu einem späteren Zeitpunkt durch Stationen im Dezimeterbereich ausgefüllt werden. Wir berichteten darüber in FUNKSCHAU 1954, Heft 9, Seite 172.

Blicken wir nach dem Süden, so dürfen wir die Genehmigung des wohl interessantesten Projekts melden. Der „Hohe Turm von Stuttgart“ mit einem 100-kW-Fernsehsender, UKW-Sender usw. wird gebaut und kann vielleicht noch in diesem Jahre weite Gebiete um Stuttgart versorgen. Noch vorher kommen Teile von Bayern in den Genuß des Fernsehens: der Bayerische Rundfunk wird den Wendelsteinsender (100 kW) im Herbst in Betrieb nehmen, während das Studio in Freimann in diesen Tagen offiziell eingeweiht wurde. Ob der vom Hessischen Rundfunk geplante Fernsehsender auf dem Meißner im Raum Kassel noch in diesem Jahre fertig wird, ist zweifelhaft; er würde jedoch sehr glück- lich die Lücke zwischen den Versorgungsgebieten der Sender Bielstein, Harz/West und Feld- berg/Ts. schließen. Zwei weitere Projekte laufen an: Hornisgrinde (50 kW) und Raich- berg (100 kW).

Soweit die Senderplanung ihr Umfang wird uns deutlich, wenn wir hören, daß ein 100-kW-Fernsehsender im Durchschnitt eine Million DM kostet. Ein Studio mit technischer Ausrüstung ist doppelt so teuer, ein Fernseh-U-Wagen muß mit 500 000 DM bezahlt werden und selbst ein bescheidener Filmtrupp benötigt für 25 000 DM technisches Gerät.

Die Bundespost hat den Ausbau der Richtfunkstrecke über Stuttgart hinaus bis München für Jahresende zugesagt; außerdem befindet sich das Koaxialkabel Frankfurt-Nürnberg in Bau, so daß in absehbarer Zeit auch die Errichtung des Fernsehsenders Nürnberg sinn- voll ist. Bremen/Oldenburg wird über das große Koaxialkabel Hamburg-Düsseldorf an die Studios Köln und Hamburg angeschlossen werden.

Die Programmarbeit in der Bundesrepublik stützt sich auf die große „Richtfunk-Sammel- schiene“ zwischen Hamburg und (später) München mit ihren zahlreichen Abzweigungen. Die angeschlossenen Studios können ihre Programmbeiträge beliebig einspeisen. Diese Möglichkeit ist bei der gewählten Form der Fernsehorganisation mit regionalen Studios und den in Prozenten aufgeteilten Programmbeiträgen von entscheidender Wichtigkeit. In eini- ger Zeit wird die bisher nur in einer Richtung „befahrbare“ Richtfunkstrecke gleichzeitig in beiden Richtungen benutzbar sein, und die meisten Fernsehtürme werden Empfänger zum Einspeisen aktueller Sendungen aus einem Umkreis von 25 bis 30 km bekommen.

Im Zuge des am 6. Juni begonnenen internationalen Fernsehprogrammaustausches hat das deutsche Richtfunksystem drei Auslandsverbindungen erhalten: über die Hornisgrinde nach der Schweiz und Italien, über Wuppertal nach Holland und weiter durch Belgien nach England und schließlich von Hamburg über Fehmarn nach Kopenhagen. Die Strecke Ham- burg-Berlin ist auf den Teilstück bis Höhbeck vom Meterwellenbetrieb auf Dezimeter- anlagen umgestellt worden; Höhbeck erreicht Hamburg mit einer Zwischenstation nunmehr über den Fernmeldeturm Egestorf, südlich von Hamburg. Karl Tetzner

u 8

Ohne Fünksneech geht es nicht

Während der Deutschen Indu- strie-Messe in Hannover strebten täglich zwischen 30000 und 50000 Kraftwagen von der Stadt zum Messegelände und wieder zurück. Dabei ergaben sich am Vormittag und am Spätnachmittag stärkste Zü- sammenballungen, so daß der Messe- schnellweg bis zur Grenze seiner Fassungskraft belastet war. Rech- net man die täglich von auswärts in das Weichbild Hannovers hinein- strömenden Massen von Kraftwagen, die ebenfalls in den Abendstunden wieder heimwärts fuhren, so hätte sich leicht ein Bild des Chaos’ er- geben können, wenn die Verkehrs- polizei nicht aus den Pannen frühe- rer Jahre gelernt hätte. Sie wartete in diesem Jahr mit einem Massen- einsatz auf, der vom Meldezentrum im Polizeipräsidium straff gesteuert wurde. Hier befand sich das Gehirn der Verkehrslenkung; über drei Funksprechsender gingen die An- weisungen hinaus und über zahllose Kanäle trafen die Lagemeldungen ein. Es war Generalstabsarbeit: Fähnchen wurden gesteckt, Lage- besprechungen abgehalten und die Stadt in „Lenkungsbereiche“ ein- geteilt.

Ein wichtiger Punkt war der 120 m hohe Mannesmann-Stahlturm auf dem Messegelände, dessen Spitze zwei Antennen für Fest- stationen trug. Dank seiner un- gewöhnlichen Höhe konnien von diesem Punkt aus Gespräche mit Verkehrspolizisten geführt werden, die mit ihrem 0,5-Watt-„Teleport“- Gerät 30 km entfernt an der Auto- bahn bei Bad Nenndorf standen und die erste „Sortierung“ der ankom- menden Fahrzeuge vornahmen. Über die Feststation als Relais spra- chen auch „Teleport“-Geräte mit- einander, die sich weit außerhalb der direkten Reichweite (3 bis 5 km) befanden.

Telefunken hatte der Polizei für die harten Messetage annähernd 40 Teleportgeräte zur Verfügung gestellt; dazu kamen 20 Funkstrei- fenwagen. Mit diesem Großaufge- bot war der Stoßverkehr einiger- maßen zu bewältigen, aber es hatte sich im Vorjahr ergeben, daß zahl- reiche Polizeiposten in der Um- gebung des Messegeländes und auf den Anfahrtsstraßen nicht rasch ge- nug benachrichtigt werden konn:en, sobald sich eine neue Lage ergab. Diesmal halfen 40 UKW-Koffer- empfänger vom Typ „Bajazzo U“, Sie waren im Werk auf die Polizei- funkfrequenzen umgetrimmt wor- den und dienten den Polizeiposten als Befehlsempfänger. Die Emp- findlichkeit reichte vollkommen aus, so daß sich die Polizei nach Beendi- gung der Messe sehr bedankte. „Wallenstein“ das war der Funk- name des Kommandeurs der Ver- kehrspolizei konnte zufrieden sein. Seine Verkehrsregelung hatte funktioniert wenn die Straßen trotzdem manchmal die Kraftwagen nicht mehr fassen konnten, so war das nicht seine Schuld. K-T;

236 Her 12 | FUNKSCHAU 1954

Rundiunk- und Fernsehteilnehmer am 1. Mai 1954

A. Rundfunkteilnehmer

Bundesrepublik 11 759 368 (+ 28 408) Westberlin 727 998 (+ 1080) zusammen 12487 366 (+ 29 488)

B. Fernsehteilnehmer Bundesrepublik 24 788 (+ 3152)

In den folgenden Oberpostdirektionsbezir- ken werden noch keine Fernsehteilnehmer- gebühren erhoben: München, Nürnberg, Re- gensburg und Stuttgart, außerdem in West- Berlin.

Kanalumsiellung im Westen

Seit dem 1. Juni arbeitet der Fernsehsender Langenberg in Kanal 9 (Bild 203,25 MHz, Ton

208,75 MHz), so daß der bisher benutzte Ka- nal 7 dem eigentlichen Besitzer in diesem Bereich, Holland, zurückgegeben werden kann. Am gleichen Tage stellt Köln von bis- her Kanal 9 auf den inzwischen freigegebe- nen Kanal 11 (Bild 217,25 MHz, Ton 212,75 MHz) um.

Gesellschaft zur Förderung von Rundiunk und Fernsehen

Der Beirat der Fachabteilung Rundfunk und Fernsehen im ZVEI hat in Übereinstim- mung mit den Verbänden des Groß- und Ein- zelhandels und dem Verband des Rundfunk- mechanikerhandwerks beschlossen, die „Ge- sellschaft zur Förderung von Rundfunk und Fernsehen e. V.“ zu gründen. Zweck der Ge- sellschaft, die ihren Sitz in Köln haben wird, soll es sein, durch Gemeinschaftswerbung Rundfunk und Fernsehen zu fördern.

Europäische Länder mit regulärem Fernseh-Programmbeirieb

Anzahl der Sender

letzte bek. Teilneh- merzahl

Bundesrepublik Deutschland Um- und Westberlin |setzer)

D.D.R. 2 500 Großbritannien 3 173 024 UdSSR 100 000 Italien 34 514 Frankreich 69 971

7(+9

Belgien 10 000°)

Holland Schweiz

10 000°) 1863

DDHHHOKG wm ©

Dänemark 1527

15 000 Li) 4350 ffr

Sende- stunden pro Woche

Westberliner Teilnehmer nicht erfaßt

_ Teilnehmerzahl geschätzt _ Teilnehmerzahl geschätzt

Zahl der Empfänger etwa 120 000

80 s£r?) dazu Versuchssender

Genf 50 dkr

Fernseh-Versuchsbetriebe laufen i.Norwegen,Polen,Spanien,Schwedenu.d.Tschechoslowakei

!) Gebühr für Empfänger im Heim. Hotels und Gaststätten zahlen 30 000 Lire 2) Teilnehmerzahl geschätzt, es besteht noch keine Anmelde- und Gebührenpflicht ?) Gebühr für Empfänger im Heim. Hotels und Gaststätten zahlen 120 sfr

Professor Dr. A. Esau

Wie bei vielen Forschern und Wegbereitern der Funktechnik wechselte auch das Leben von Prof. Dr. A. Esau zwischen Industrie- arbeit und Hochschultätigkeit. Diese enge Verflechtung trug zum großen Teil zu den wirklichkeitsnahen praktischen Ergebnissen seiner Arbeiten bei.

Geboren in Tiegenhagen bei Danzig, stu- dierte er Fhysik an der Universität Berlin und an der Technischen Hochschule Danzig. Dort war er auch Assistent von Max Wien und promovierte im Jahre 1908. Nach der Mili- tärdienstzeit und nach den Assistentenjahren in Halle übernahm er 1912 das Empfänger- laboratorium der Firma Telefunken und leitete im Auftrag der Firma kurz vor dem ersten Weltkrieg den Aufbau der Großfunk- station Togo, die dann zu Beginn des Krieges zerstört werden mußte. Er selbst wurde inter- niert und erst 1918 ausgetauscht.

Im Jahre 1919 wurde er Chef sämtlicher Telefunken-Laboratorien sich eingehend mit Rahmerantennen und der Berechnung von Selbstinduktivitäten. 1925 übernahm er als Professor an der Universität Jena das dort neu eingerichtete Institut für technische Physik, das er bis 1939 leitete. Die Arbeit seines Institutes erstreckte sich vor allem auf drei Hauptgebiete: Die Erschließung der Ultrakurzwellen für die Nachrichtentech- nik und für medizinische Zwecke und die Entwicklung von Material-Prüfverfahren mit mechanischen Schwingungen. Zahlreiche

Radio- und Fernseh-Fernkurse

und beschäftigte.

grundlegende Arbeiten von ihm selbst und von seinen Schülern aus der damaligen Zeit dokumentieren diese wissenschaftlich beson- ders fruchtbare Periode. 1932 übernahm er das Rektorat der Universität Jena. In den fol- genden polıtisch bewegten Jahren wurde er 1935 dieses Amtes zunächst enthoben, auf Drängen der Professoren und Studenten 1937 aber wieder eingesetzt. Er siedelte dann 1939 nach Berlin über und war hier Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt und zugleich Professor für Fernmeldetechnik an der Technischen Hochschule Berlin. Während des zweiten Weltkrieges beschäftigte er sich vor allem mit der Erschließung des Zenti- meterwellenbereiches für Funkmeßzwecke. Auch diesmal blieb ihm eine Internierung nicht erspart. Von 1945 bis 1948 wurde er von den Alliierten in Haft gehalten und dann schließlich entlassen, nachdem sich die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen als haltlos erwiesen hatten.

Seit 1949 ist Esau als Honorar-Professor an der Technischen Hochschule Aachen tätig und widmet sich wieder seinen alten Lieblings- gebieten, der Ultrakurzwellen- und Ultra- schalltechnik. Zugleich ist er Leiter des In- stitutes für Hochfrequenztechnik in der Deut- schen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Mül- heim/Ruhr. Am 7. Juni 1954 feierte er in vol- ler Frische seinen 70. Geburtstag und wir hof- fen und wünschen, daß er noch recht lange seine Fähigkeiten der Funktechnik zur Ver- fügung stellt.

System FRANZIS-SCHWAN für den FUNKSCHAU-Leser herausgegeben

Prospekte und Muster-Lehrbrief durch die Fernkurs-Abt. des Franzis-Verlages, München 2, Luisenstr. 17

Siliziumbatterie

Neben der „Atombatterie“ der RCA haben die Bell Laboratorien eine zweite Dauerbat- terie in der Entwicklung. Man verwendet waffelstarke Scheiben aus Silizium von der Größe einer Rasierklinge; als Folge des photoelektrischen Effekts kann eine geringe elektrische Leistung abgenommen werden. Die Oberfläche des Silizium wird nach eineı Vorbehandlung mit einer Halbleiterschicht von 0,003 mm Stärke versehen. Der Wirkungs- grad liegt bei 6% (bezogen auf die einfal- lende Lichtmenge). Ein Quadratmeter Fläche der neuen Batterie liefert 50 Watt theoretisch eine unbegrenzte Zeit natürlich nur bei Sonnenlicht.

Neues Mitgliederverzeichnis des Bundesverbandes des Rundfunk- und Fernseh-Großhandels

Der rührige VRG (Bundesverband d. Rund- funk- und Fernseh-Großhandels eV) hat vor kurzem ein neues Mitgliederverzeichnis her- ausgegeben, das nach dem Stand vom 1. März 1954 zusammengestellt wurde. Es unterrichtet nicht nur die interessierten Fachkreise dar- über, welche Großhandelsfirmen im VRG or- ganisiert sind, sondern es gibt der Industrie und dem Fachhandel außerdem das neueste Adressenmaterial in die Hand, das sie für ihre Zusammenarbeit mit dem Rundfunk- und Fernseh-Großhandel benötigen. Durch die Herausgabe des Mitglieder-Verzeichnisses will man insbesondere dem Fachhandel zu verstehen geben, daß die im VRG zusammen- geschlossenen Firmen es ablehnen, ihren eigenen Abnehmern Konkurrenz zu machen. Das im Auftrag des VRG herausgegebene Verzeichnis, das die Mitgliedsfirmen in einem namensalphabetischen und in einem orts- alphabetischen Teil enthält, ist zum Preise

von 4.80 DM vom Verlag Ernst Arnold, Dort- mund-Mengede, zu beziehen.

FUNKSCHAU 127229072718 1773 077,10.77 0.097227 Herausgegeben vom

FRANZIS-VERLAG MÜNCHEN

Verlag der G. Franz’schen Buchdruckerei G. Emil Mayer Verlagsleitung: Erich Schwandt Redaktion: Otto Limann, Karl Tetzner und Fritz Kühne Anzeigenleiter u. stellvertretender Verlagsleiter: Paul Walde

Erscheint zweimal monatlich, und zwar am 5. und 20. eines jeden Monats. Zu beziehen durch den Buch- und Zeitschriftenhandel, unmittelbar vom Verlag und durch die Post. Monats-Bezugspreis für die gewöhnliche Aus- gabe DM 1.60 (einschl, Postzeitungsgebühr) zuzüglich 6 Pfg. Zustellgebühr; für die Ingenieur - Ausgabe DM 2.— (einschl. Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 6 Pfg. Zustellgebühr. Preis des Einzelheftes der gewöhnlichen Aus- gabe 80 Pfennig, der Ing.-Ausgabe DM 1.—. Redaktion, Vertrieb u. Anzeigenverwaltung: Franzis-Verlag, München 2, Luisenstraße 17. Fernruf: 516 25/26/27 und 51943. Post- scheckkonto München 57 58.

Hamburger Redaktion: Hamburg - Bramfeld, Erbsenkamp 22a Fernruf 63 79 64.

Berliner Geschäftsstelle: Berlin - Friedenau, Grazer Damm 155. Fernruf 71 6768 Post- scheckkonto: Berlin-West Nr. 622 66. Verantwortlich für den Textteil: Ing. Otto Limann; für den Anzeigenteil: Paul Walde, München. Anzeigenpreise n. Preisl. Nr. 7. Verantwortlich für die Österreich-Ausgabe: Ing. Ludwig Ratheiser, Wien. Auslandsvertretungen: Belgien: De Internatio- nale Pers, Berchem-Antwerpen, Kortenmark- straat 18. Niederlande: De Muiderkring, Bussum, Nijverheidswerf 19-21. Saar: Lud- wig Schubert. Buchhandlung, Neunkirchen (Saar), Stummstraße 15, Schweiz: Verlag H. Thali & Cie., Hitzkirch (Luzern). Alleiniges Nachdrucksrecht, auch auszugs- weise, für Österreich wurde Herrn Ingenieur Ludwig Ratheiser, Wien, übertragen.

Druck: G. Franz’sche Buchdruckerei

G. Emil Mayer, (13b) München 2, Luisenstr. 17. Fernsprecher: 516 25.

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Schaltungsfeinheiten moderner Rundfunkempfänger Niederfrequenzteil

Wir beschließen heute die Betrachtung der Schaltungseinzelheiten neuzeitlicher Rundfunkempfänger mit Beispielen von Gegenkopplungen in den Endstufen. Die vorhergehenden Arbeiten behandelten den UKW-Eingang (Heft 10, Seite 194) sowie Begrenzung und Rauschunterdrückung (Heft 11, Seite 217).

Gegenkopplung mit geringem Auiwand

Im Nordmende-Rigoletto galt es, mit geringem Aufwand an Bauelementen eine wirksame Gegenkopplung zu schaf- fen, die den verschiedenen Anforderungen des AM- und FM-Rundfunks gerecht wird. Bild 13 läßt erkennen, wie die Gegenkopp- lungsspannung einer zweiten Sekundär- wicklung des Ausgangsübertragers ent- nommen und über einen doppelten Pha- senschieber Cl, Ri, R2, R6, C3 und R7 dem Anzapfpunkt des Lautstärkereglers LS zugeführt wird. Die Bemessung verbürgt eine kräftige Baßanhebung, wie sie für das relativ kleine Gehäuse dieses billigen Gerätes erforderlich ist. Über C2, R3 und R4 wird dem Fußpunkt des Lautstärke- reglers eine zweite Gegenkopplungsspan- nung zugeführt, die jedoch nur bei UKW wirksam ist (Schalter Soffen) und jetzt die Bässe nochmals verstärkungsmäßig anhebt. Auf diese Weise wird für die aus- geweitete Höhenwiedergabe des UKW- Rundfunks das nötige Gegengewicht ge- schaffen.

Beim Empfang der Mittel- und Lang- wellen dagegen ist Schalter S geschlossen und legt Punkt A über C2 und R3 an Masse. Wiederum entsprechend der Di- mensionierung wandelt sich die zusätz- liche Baßanhebung in einekräftige Höhen- anhebung zum Ausgleich der zwangsläu- figen Bandbreitenbeschneidung beim Emp- fang von AM-Sendern.

Hochgezüchiete Endstuile eines Spitzengerätes

Das in Bild 14 dargestellte Niederfre- quenzteil eines Spitzensupers (Saba-Frei- burg W III) vermittelt einen Eindruck von der ausgefeilten Schaltungstechnik moder- ner Großempfänger. Die Endstufe wird von zwei EL 84 in Gegentakt gebildet, die N£-Vorverstärkung übernimmt die mikro- fonie- und brummarme, hochverstärkende Nf-Pentode EF 40. Die Phasenumkehr be- sorgt das Triodensystem der EABC 80 auf sehr elegante und doch billige Art. Im

500 50nF kl

Er 30KR @y------gehörrichtige LS-Regelung i ==: Resonanz -Gegenkopplung BA 6) ——RC-Basis-Gegenkopplung d) -—--zusötzliche Gegenkopplung

Ausgang sind zwei große Tief- bzw. Mit- teltonlautsprecher und ein dynamisches Hochtonchassis vorgesehen; Schalter S ist mit dem Höhenregler H so gekuppelt, daß sich S schließt, sobald der Höhen- regler, der außerdem noch mit dem Band- breitenregler verbunden ist, in die End- stellung geht. Die verschiedenen Klang- regelungen der Niederfrequenz verteilen sich wie folgt:

a. Gehörrichtige Lautstärkenregelung: das Lautstärkenpotentiometer LS von 1,4 MQ besitzt bei 0,4 und 0,1 MQ je eine Anzapfung. Damit ergeben sich Impedan- zen, die auch bei geringsten Lautstärken

EL41

Bild 13. Einfache Gegen- kopplung (Nord- mende- Rigoletto)

R6 HR A RIl3KR 7582

noch eine beachtliche Höhen- und Tiefen- anhebung sicherstellen. Diese besonders weitgehende Angleichung an die Ohremp- findlichkeitskurve ist für alle Qualitäts- empfänger von größter Wichtigkeit; im- mer wieder stellt man fest, daß manche, auch größere, Empfänger bei sehr leiser Musik wie man sie etwa in einer Neu- bauwohnung in den Nachtstunden ein- stellen muß zu flach klingen.

b. Resonanz-Gegenkopplung: eine reine RC-Gegenkopplung verleiht dem Klang manchmal einen „Faßton“ d. h. die wich- tigen Frequenzen zwischen 500 und 1000 Hz werden im Vergleich zur überstarken Baß- anhebung zu schwach wiedergegeben. Hier greift die Resonanz-Gegenkopplung mit dem Übertrager Tr ein. Ihre gedämpfte Resonanz hält die Frequenzkurve über einen Bereich von annähernd zwei Okta- ven horizontal, während sich bei den Tie- fen natürlich ein Anstieg ergibt. Das Klangbild gewinnt an Natürlichkeit. Das Einspeisen erfolgt in den Fuß- punkt des Lautstärkepotentiometers.

In manchen Fällen wird aber das Abschwächen der erwähnten Fre- quenzen erwünscht sein. Auch für diese Fälle ist vorgesorgt. Beim

kit 20

im Saba-Freiburg W III

Rechts: Bild 15. Niederfrequenz- kurven des Freiburg W III (Span- nungen an der Schwing- spule in Abhängigkeit von der Frequenz in Schalter- stellung TA bei konstanter Eingangsspannung und Summen-Ri = 300 kQ

| Links: Bild 14. Niederfrequenzteil

FUNKSCHAU 1954 / Hen12 237

Linksanschlag des Baßreglers T wird näm- lich der Umschalter U in Stellung „a“ ge- bracht. Jetzt ist die Resonanzgegenkopp- lung ausgeschaltet und die Baßflanke nach den höheren Frequenzen hin verlagert.

ec. RC - Basis - Gegenkopplung: Dieser Zweig ist aus den meisten anderen Schal- tungen her bekannt. Die erforderliche Spannung wird wie die unter b) genannte Gegenkopplung von der hochohmigen Wicklung des Ausgangsübertragers (Aus- gang für Magnetbandgerät) abgenommen und über 2,5 nF dem Netzwerk an der Anode der Vorröhre EF 40 zugeführt. Hier dürfte die Methode der Baßregelung inter- essieren. Über das gleiche 16-MQ-Poten- tiometer T wird bei Beschneiden der Bässe das Tiefen-C der Gegenkopplung kurzge- schlossen und der Tiefendurchlaß zum Gitter der Endröhren gesperrt.

d. Zusätzliche Gegenkopplungen: Zwi- schen Gitter und Anode der EL 84] liegt eine kleine Kapazität zur Höhenbegren- zung, während auf das Gitter der EL 847} «ine stabilisierende Grundgegenkopplung vom hochohmigen Ausgang über 10 MQ gelangt.

Über die Wirkung der verschiedenen Gegenkopplungen bei bestimmten Ein- stellungen der Regler geben die Nf-Kur- ven in Bild 15 Aufschluß. Die Kurven be- deuten im einzelnen:

la-2a-3a: jeweils Tiefenregler ca. 10 Grad vor linkem Anschlag mit allen Höhen

lb-2b-3b: jeweils alle Tiefen und alle Höhen

la-1b: Lautstärkenregler in Endstellung

2a -2b: Lautstärkenregler in Stellung „oberer Abgriff“ = 0,4 MQ

3a -3b: Lautstärkenregler in Stellung „unterer Abgriff“ = 0,1 MQ

4: Lautstärkenregler auf unterem Abgriff, keine Tiefen und Höhen

5: Lautstärkenregler auf unterem Abgriff, keine Tiefen, alle Höhen

Höhen- und Tiefienregelung im Grundig 5040 W

Die Gegenkopplungszweige im Grundig 5040 W sind besonders übersichtlich (Bild 16). Die Niederfrequenz gelangt über C1 und Ri auf den Lautstärkenregler LS und von hier über C3 auf das Gitter der Triode (EABC 80), deren Gittervorspan- nung an R7 durch den Gitteranlaufstrom entsteht. Von ihrer Anode läuft die Nie- derfrequenz über C8 und R9 zum Gitter der Endröhre EL 12.

5 0 6

120 250 00H 1 2 4 8

15 30kHz

238 Her 12/ FUNKSCHAU 1954

EABC 80 u

[Ail

nF 55mH

Bild 16. Höhen- und Tiefenreglung im Grundig 5040 W

Die erste der beiden Gegenkopplungen beginnt an der niederohmigen Wicklung des Ausgangsübertragers und nimmt ihren Weg über R15 zum großen Kondensator C 4, der vom Tiefenregler T (100 kQ) über- brückt ist, und weiter über R6 und C3 zum Gitter der Vorröhre. Diese Kette ist so ausgelegt, daß die hohen Tonfrequenzen gegengekoppelt werden, so daß sich eine Baßanhebung ergibt. Zur Unterstützung dient der Spannungsteiler R15 C5L, des- sen Grenzfrequenz bei 2000 Hz liegt. Dem- nach werden die Frequenzen oberhalb von 2000 Hz praktisch nicht über den Regler T gegengekoppelt, solange dieses Glied in Aktion ist. Das ist nur bei FM der Fall, bei AM und TA ist es mit dem Schalter 3 außer Betrieb.

Beim Zudrehen des Lautstärkenreglers LS ändert sich das Teilungsverhältnis der

Kin RT2T500K8

35nF Hochton

Frequenzen in der Baßschaltung im Sinne der gehörrichtigen Lautstär- kenregelung.

Ist der Baßregler T zugedreht (sein Widerstand ist dann gleich Null) so ist der Gegenkopplungs- grad für alle Frequenzen bis 2000 Hz annähernd gleich stark d.h. die Wiedergabe ist ohne verstärkte Bässe. Dreht man dagegen T auf (= 100 kQ), dann werden die ge- nannten Frequenzen durch T mit Parallel-C 4 sowie R4 und R 3 fre- quenzabhängig geteilt. Der Gegen- kopplungsgrad für die Tiefen ist dann sehr gering, und die Bässe sind angehoben.

Für die Höhenregelung ist das Potentio- meter H zuständig. Die Gegenkopplungs- spannung wird einer besonderen Sekun- därwicklung des Ausgangsübertragers über R14 entnommen, passiert C6, Regler H und gelangt über das Glied C7 R8 auf das Gitter der EL 12. Wenn das Potentiometer H mit 100 kQ voll wirksam ist, dann stellt sich für H und C6 die Grenzfrequenz fgr = 1600 Hz ein. Damit ist der Gegenkopp- lungsfaktor für alle Frequenzen oberhalb dieses Wertes groß, d. h. die Höhen wer- den geschwächt; umgekehrt wird der Ge- genkopplungsfaktor beim Zudrehen von H geringer, und die Höhen werden kräftiger. R8C7 mit fgr = 127 Hz stellt sicher, daß der Gegenkopplungsfaktor für die Tiefen stets klein gehalten wird.

Wie Bild 16 zeigt, ist der statische Hoch- tonlautsprecher nur bei FM angeschaltet, dagegen nicht in Schalterstellung AM und Tonabnehmer, jedoch wird ihm über R12 stets seine Polarisationsspannung zuge- führt. In Wellenschalterstellung „UKW“ (FM) wird dem Hochtonsystem die Ton- frequenzspannung über C 10, Ril, Cil und C12 zugeleitet, wobei diese Glieder nicht nur die tiefen Frequenzen abhalten, sondern auch bestimmte Frequenzkorrek- turen ermöglichen, Karl Tetzner

Interessante Antennenkonstruktionen

Die bereits in Heft 8/1954 der FUNKSCHAU (Seite 155 und 156) besprochenen Antennen- Neuheiten stellten erwartungsgemäß nicht die einzigen Fortschritte auf diesem Gebiet dar. Vielmehr zeigte das Messeangebot neben eini- gen grundsätzlich neuen Konstruktionen in großer Zahl kleinere konstruktive Verbesse- rungen, deren Bedeutung für dıe Empfangs- leistung und besonders für die Lebensdauer der Antennen nicht unterschätzt werden darf.

Die Tendenz, alle Verbindungs- und Kon- taktstellen wetterbeständig und korrosions- fest zu machen, hat zu verschiedenen Lösun- gen geführt. Neben der vollständigen Ein- kapselung der Anschlußstellen (beidem neuen Fuba-Programm, beiEngels- Antennen und anderen) findet man Kunststoffüberzüge (Roka u. a.), besondere Oberflächenbehand- lungen (z. B. Engels) und Schutzkappen mit Gummidichtungen.

Entscheidend für die Korrosionsabwehr ist auch die Werkstoffwahl. Hirschmann, Kathrein und andere Hersteller bevor- zugen daher korrosionsfeste Leichtmetalle. Wisi- Antennen werden aus einer korrun- dierten, Klimafesten Aluminiumlegierung her-

Bild 1. Faltdipolrahmen mit Rundempfangs- eigenschaften bei unge- störtem Nahfeld (Förderer)

gestellt und erhalten zugentlastete Kabelan- schlußstellen aus Kupal (kupferplattiertes Aluminium), während andere Firmen (z. B. Hirsehmann) an den Anschlußstellen von Leichtmetall auf Messing übergehen. Auf

Bild 2. Fuba-Fern- seh-Yagi mit acht Direktoren (Hans Kolbe &Co, Hildesheim)

diese Übergangsstellen kann erfahrungsgemäß größere Sorgfalt (luftdichte Verpressung, Ultraschallötung) verwendet werden, als dies beim Anschluß von Kupferlitzen an Leichtmetallflächen bei der Montage möglich ist. Da aber immer noch zahlreiche Anten- nenformen aus preislichen Gründen ohne vollen Korrosionsschutz bleiben, hat die Firma Hirschmann unter der Bezeich- nung Antenol ein Korrosionsschutzmittel her- ausgebracht, das in 25-g-Tuben erhältlich ist und vor und nach der Montage auf alle Kon- taktstellen gestrichen wird.

Antennen für Band II und III

Die erwähnten konstruktiven Verbesserun- gen kamen in erster Linie den bereits be- währten Antennenformen für die Bänder II

und III (UKW-FM-Rundfunk und Fernsehen) zugute. Auch einige Neukonstruktionen sind für diesen Bereich geschaffen worden. Dar- unter zwei Fernseh-Fensterantennen mit Re- flektor, die in der Horizontalen drehbar (Roka) bzw. auf Kugelgelenk allseitig schwenkbar (Engels) sind. Eine „Ring- Allwellen - Antenne“ für Fenstermontage (Engels) besteht aus einer kurzen Stab- antenne und einem offenen Ringdipol mit Gewindemuffe zur Impedanzanpassung, deren Halterung zusammen mit dem Blitzschutz- automat eine Einheit bildet. Ein völlig ande-

Bild 3.Fuba-Breit- banddipolin Ecken-

reflektor für den Dezi- meterbereich (Band IV)

res Bild bietet dagegen der Faltdipol-Rahmen von Förderer (Bild 1), der in ungestörter Umgebung und bei symmetrischem Empfän- gereingang annähernd Rundcharakteristik be- sitzt. Nach Versuchen des Referenten ist er spannungsmäßig ähnlichen Gebilden ° für Rundempfang überlegen. Das scheint mit der (durch die quadratische Form gegebenen) Spannungsverteilung längs des Dipols zusam- menzuhängen; denn hei gestörtem Nahfeld zeigt diese Antenne eine ausgeprägte Richt- wirkung mit meßbarem Vor/Rück-Verhältnis.

Im Wisi-Programm fallen 4-Element- Fernseh-Yagis auf, die durch ungewöhnliche Dimensionierung (0,3 X Direktorabstand) vier Kanäle (5 bis 8 bzw. 7 bis 11) breit wurden und dabei 7...9 db Spannungsgewinn ermög- lichen (Z = 240 2; m = 1,6). Einen interessan- ten Einkanal-Yagi mit zehn Elementen, d. h. mit einem, Reflektor und acht Direktoren, sahen wir bei Fuba(HansKolbe&Co.,, Hildesheim). Er wird mit einer Ebene (FSA 391; Bild 2) oder als Zweiebenenantenne (FSA 691) geliefert.

Im übrigen scheinen die Schmalband-Fern- sehantennen (Kathrein u. a.) etwas an Boden zu gewinnen, Sie eignen sich zwar nur für jeweils einen Kanal, zeichnen sich aber durch hohes Vor-/Rück-Verhältnis und großen Spannungsgewinn aus Eigenschaften, die besonders in schlecht versorgten Empfangs- lagen von entscheidender Bedeutung für die erreichbare Bildqualität sein können. Außer- dem sind sie einfacher und preisgünstiger herzustellen. Andere Firmen (Hirsch- mannu.a.) bevorzugen dagegen Breitband- antennen, die angesichts des bei weitem noch nicht endgültigen Sendernetzes den Vorteil der Unabhängigkeit vom Wellenwechsel bie- ten. Zudem kommen sie den allgemein fühl- baren Bestrebungen nach Typenbeschränkung entgegen.

Antennen für Band I und IV

Die bevorstehende Ausweitung des Fernseh- betriebes auf Band I veranlaßte alle maß- gebenden Antennenhersteller zur Konstruk- tion von Fernsehantennen für die Kanäle 3 und 4 und z. T. auch für die Kanäle 1 und 2. Soweit es sich hierbei um Normalausführun- gen mit entsprechend großen Abmessungen handelt, wird meist ein Faltdipol mit oder ohne parasitäre Elemente verwendet. Der Wunsch, trotz der relativ langen Wellenlän-

gen mit kleineren Antennenmaßen auszukom- men, läßt sich mit gutem Erfolg durch die Verwendung von Stabdipolen mit Delta-An- passung (vgl. FUNKSCHAU 1953, Heft 14,

Bild 4. Hirschmann-Einkanalan- tenne fürBand I. Die Faltung des

mittleren Antennenteils zum „Verkürzungsbügel“ ermög- licht bei Delta-Anpassung, die Antennenabmessun- gen zu verkleinern

Seite 249) erfüllen. Man braucht nämlich ‚nur‘ das Stück zwischen den Leitungsabgriffen nach hinten wegzufalten (Hirschmann Fesa 1100, Bild 4) oder es durch eine Induk- tivität zur elektrischen Verlängerung zu er- setzen. (Fuba FSA 301), um die gewünschte geometrische Verkürzung vornehmen zu kön-

nen. Diese Möglichkeit besteht natürlich auch bei Antenren für den UKW-Rundfunkbereich, also für Band II (Fuba UKA 021 u. a.). Auch für den Dezimeterbereich (Band IV) gab es in Hannover schon Fernsehantennen zu sehen, darunter einen Breitbanddipol mit Ecken- reflektor (Fuba FSA 401), der bei einem Vor-/Rück-Verhältnis von 100 :1 einen Span- nungsgewinn von 10 db aufweist (Bild 3).

Über die weitgehend verbesserte und ver- feinerte Anpaß- und Verbindungstechnik der Mehrfachantennen und Allwellenanlagen be- richten wir gesondert im Anschluß hieran. Hier wäre noch nachzutragen, daß im Roka- Programm auch eine Fahrrad-Antenne ent- halten ist, die aus einem fünfteiligen Tele- skop aus vernickeltem Messing besteht und von 17 em auf 75 cm Länge ausziehbar ist.

Herbert G. Mende

Anpaß- und Verbindungstechnik moderner Antennen

Fernsehen und UKW-Rundfunk erfordern gesonderte Antennen. Lästig wäre jedoch, wenn man auch getrennte Ableitkabel verwenden müßte. Die Möglichkeiten, beide Antennen über elektrische Weichen an ein gemeinsames Kabel anzuschließen, sowie das wichtige Gebiet der Kabelanpassung behandelt die folgende Arbeit.

Seit einiger Zeit wird die konstruktive Ausführung moderner Antennen von zwei Faktoren stark beeinflußt:

1.von der Notwendigkeit, die richtige An- passung auch bei vielelementigen Antennen und beim Übergang von symmetrischen auf

unsymmetrische Baugruppen aufrechtzu- erhalten und 2. von dem Wunsch, mehrere, verschieden

abgestimmte Antennen zu kombinieren und auf eine gemeinsame Empfängerzu- leitung arbeiten zu lassen.

Zu 1l.: 87% aller auf dem Markt befind- lichen UKW- und Fernseh-Antennen sind für Anpassungswiderstände von 240 bis 30 ® bemessen. Sie werden also mit dem Emp- fänger durch eine übliche UKW-Bandleitung verbunden. In vielen Fällen legt man jedoch Wert auf eine abgeschirmte Empfängerzu- leitung. Aus wirtschaftlichen Gründen wird dann meist ein koaxiales Kabel mit 60 9 Wellenwiderstand bevorzugt. Andererseits sind auch Antennen mit 60 oder 120 2 Fuß- punktwiderstand im Handel, an die normale 240 R-Bandleitungen angeschlossen werden sollen. ä

Für beide Anwendungsgruppen benötigt man Bauteile aus Spulen oder Leitungs- stücken, die die Wellenwiderstandstrans- formation und gleichzeitig den reflexions-

240.2

602

Oben!

Bild 2.

Engels- Symme- trierglied

\\ Bild 1. Antennen - Breitbandübertra- ger F 609 (Kathrein). 1= regendichte Schutzkappe; 2 = Bandleitungsklemme; 3 = Bandleitung zur Antenne; 4 = Rückseite der Anschlußplatte; 5 = Anschluß der koaxialen Empfängerzuleitung; 6 = Klemmschelle; 7 = koaxiales Kabel; 8 = Rohrschelle zur Mast- befestigung

freien Übergang von symmetrischer auf un- symmetrische Leitung übernehmen können. Sie werden wegen der zuletzt genannten Eigenschaft meist Symmetrierglieder ge- nannt, im Gegensatz zu den rein symmetri- schen Transformatoren in Mehrebenen-An- tennen, die als Anpaß- oder Transformations- leitungen bezeichnet werden. Solche Leitun- gen müssen bekanntlich eine Länge von einem Viertel der Betriebswellenlänge haben (vgl. FUNKSCHAU 1954, Heft 8, Seite 156). Als Anpaßglieder zwischen Antenne und Lei- tung sind sie daher oft zu lang. Unter ge- schickter Ausnutzung leitungs-theoretischer Erkenntnisse läßt sich jedoch eine solche Lei- tung spulenförmig aufwickeln, wie es in dem neuen Breitbandübertrager F 609 der Firma Kathrein geschehen ist (Bild 1). Dieser Übertrager ermöglicht den Übergang von 240-R-Antennen auf 60-2-Kabel im Frequenz- bereich von 42 bis 225 MHz, so daß die Ka- threin-Fernsehantennen nur noch für 240 Q gebaut zu werden brauchen, auch wenn man sie über koaxiale Kabel von niedrigerem Wellenwiderstand mit dem Empfänger ver- binden will.

Ein anderes Symmetrierglied mit Wellen- widerstandstransformation benutzt einen Kleinen Sparübertrager und geeignet be- messene Kapazitäten, wie in Bild2 (Engels- Symmetrierglied Nr. 6022 und Symmetrier- stecker Nr. 6023) zu erkennen ist.

Spulenlose Ausführungen in Gestalt von Symmetriertöpfen sind bereits längere Zeit bekannt und oft beschrieben worden.

Zu 2.: Die Erkenntnis, daß gute Antennen beim UKW-Rundfunk erwünscht und beim Fernsehempfang unumgänglich notwendig sind, hat der Außenantenne neuen Auftrieb gegeben. Wenn man aber schon den Aufwand für eine Außenantenne in Kauf nimmt, so möchte man bei dieser Gelegenheit auch etwas für die Empfangsverbesserung im UKW-Rundfunkband und in den klassischen Wellenbereichen tun, ohne zusätzlich ge- trennte Antennen aufstellen zu müssen. Neben reinen Mehrwellenantennen (z. B. Hirschmann Fes 60 und Roka Doppel-V-Antenne) findet man daher in zunehmendem Maße und nicht nur bei Gemeinschaftsanlagen Kombinationen ver- schiedener Antennen auf gemeinsamem Trä- ger. Um trotzdem mit einer einzigen An- tennenzuleitung auszukommen, hat sich eine besondere Verbindungstechnik unter Anwen- dung von Frequenzweichen herausgebildet, die je nach Antennenart und Fabrikat recht unterschiedliche Ausführungsformen hervor- gebracht hat.

Günstige elektrische Verhältnisse erhält man bei hochohmigen (240...300 2) Antennen und Bandleitung, d. h. bei symmetrischem Betrieb. Man trennt dann die höherfre- quente Antenne von der mit der niedrigeren

FUNKSCHAU 1954 | Her 12 239

Frequenz durch symmetrische, eingangs- wie ausgangsseitig sorgfältig angepaßte Hoch- und Tiefpaßfilter (Kettenleiter), beispiels- weise nach Bild 3. Filter gleicher Schaltung verteilen am empfängerseitigen Ende der ebenfalls symmetrischen Zuleitung die Fre- quenzen auf Rundfunk- und Fernsehgerät. Eine ähnliche Prinzipschaltung weisen die Filter der Blaupunkt-Antenne AT 52 auf, nur daß hier die Tiefpässe ein Glied mehr haben. Auch die Antennenweiche von Hirschmann Awe 10% ist aus je einem symmetrischen Hoch- und Tiefpaß zur Tren- nung der Bänder I bzw. II und III aufgebaut

fernseh- Rundfunk-und KMLU- Fi ‚hontenne antenne UKW-Antenne Antenne Bondin) ER 608 1602 [2277 | s0R Rundfunk-und Fernseh- Rundfunk- Fernseh- UKW-Geröt empfönger dose dose

Links: Bild 3. Prinzipschaltbild des Fuba-An- tennenkombinationsfilters AKF

Rechts: Bild 4. Schaltung der Kathrein-Anten- nenweichen F 618/III

KMLU BandT

F618/I1 (Bild4)

[7224

Fernsehantenne

Bild 5. BondI

Erweiterung derAnordnung von Bild 4 durch eine Fernseh- antenne für BandıI mit beson- derer Anten- nenweiche (Kathrein F 618/])

Kanal Kanal 6 70

602 Zum Empfänger

UKW Fernsehen RUE

2408 240R

ur rn

Empfönger

Bild 6. Schaltbild eines Anten- nenverbin- dungsfilters (Kathrein F 630), hier zur Trennung der Kanäle 8 u. 10

Bild 7. Engels- Antennenkopf Nr. 2058 für Allwellen-Gemein- schaftsantennen

Empfänger

240 Her 12 / FUNKSCHAU 1954

Auch für unsymmetrische Antennenverbin- dungen benutzt man Frequenzweichen in Kettenleiterform, so zum Beispiel bei der Kathrein-Antennenweiche F 618/III, die ebenfalls für antennen- wie geräteseitigen Abschluß des Zuleitungskabels geeignet ist (Bild 4). Soll die Antennenkombinätion von Bild 4 noch um eine Antenne für Band I erweitert werden, so empfiehlt es sich, hier- für gemäß Bild 5 eine zusätzliche Weiche von besonderer Schaltungsart vorzuschalten. Auch für den Fall, daß zwei Schmalbandantennen im Band III an eine gemeinsame Empfänger- zuleitung angeschlossen werden sollen, be- nötigt man ein Filter, das selektiver ist als eine Weiche aus Kettenleitern. Das Kathrein-Antennenverbindunssfilter F 630 (Bild 6) bietet ein Beispiel für diese Möglich- keit.

Zum Schluß sei noch das Prinzipschaltbild eines Antennenkopfes (Engels Nr. 2058) wie- dergegeben (Bild 7), wie es in einer Gemein- schaftsantennenanlage verwendet wird. In- terssant ist, daß hier die UKW-Antenne (Band II) über einen Breitbandübertrager, die Fernsehantenne (Band III) über ein Sym- metrierglied und die AM-Antenne über eine UKW-Drossel an die gemeinsame unsym- metrische Empfängerzuleitung geführt wer- den. Der Sparübertrager am Fuß der Stab- antenne ist nur im Lang- und Mittelwellen- bereich wirksam, während er für Kurzwellen durch eine kleine Kapazität überbrückt wird. Als Blitzschutz dient u. a. eine Funken- strecke, die zwischen der Stabantenne und dem geerdeten Trägerrohr liegt. Bei der Wisi- Gemeinschaftsantenne 188 enthält